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„Wer will nicht ein Comic-Held sein?“

Seit dem 28. März 2018 ist im ETH-Museum focusTerra in Zürich die Ausstellung «Expedition Sonnensystem – Mit der ETH auf Forschungsreise durchs All» für das Publikum geöffnet. Darin sind unter anderem sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des NCCR PlanetS zu sehen – in Comics. Mit einem finanziellen Beitrag hat PlanetS zudem dazu beigetragen, dass die Ausstellung realisiert werden konnte.

Illustration: Studio Nippoldt

Die neue Ausstellung nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise zu den Grenzen unseres Sonnensystems. Und sie stellt die Fragen danach, was es hier zu entdecken gibt und wie wir da hin kommen. Ulrike Kastrup, Leiterin von focusTerra, und ihr Team sind den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gefolgt und haben mit ihnen spannende Geschichten entwickelt, die zeigen, was sie dort draussen suchen und finden, was sie motiviert und wie sie es schaffen, aus grosser Entfernung bis ins tiefste Innere von Planeten zu sehen. Spannende Experimente, Animationen und Workshops runden das Erlebnis ab. So können die Besucher zum Beispiel Gravitationswellen auslösen oder eine Sonde auf einen entfernten Planeten katapultieren.

Forscher als Comic-Helden

In der Ausstellung werden die Forschenden zu den „Helden“ ihrer Geschichte. Sie stellen sich persönlich vor und zeigen dem Publikum, wie Forschung wirklich funktioniert. Die Darstellung in Form von Comics als einer Mischung aus Wissenschaft und Kunst bietet eine unterhaltsame Reise für Laien und Experten in die Wissenschaftswelt unserer planetaren Umgebung.

Dr. Judit Szulágyi, ETH-Forscherin und Mitglied des NFS PlanetS, ist eine der porträtierten Wissenschaftlerinnen. Für sie sei es ein seltsames Gefühl, aber gleichzeitig eine grosse Ehre, persönlich in der Ausstellung vorzukommen. „Als Wissenschaftlerin glaube ich, dass es Teil unserer Aufgabe ist, die Öffentlichkeit aufzuklären und unsere Forschung so zu erklären, dass sie für alle zugänglich ist“, sagt Szulágyi. Das Zusammenspiel von Kunst und Wissenschaft habe ihr sehr viel Spass bereitet, und die Ausgestaltung in Comic-Form gefalle ihr gut. „Ich liebe es! Es ist wirklich cool, sich selbst in den Zeichnungen zu sehen. Wer will nicht eine Comic-Heldin sein?“, sagt Judit Szulágyi. Stolz zeigt sie einen Ausdruck des Comics, der an ihrer Bürotür in der ETH hängt. „Ich werde häufig darauf angesprochen“, sagt sie mit einem Lachen.

Auch Tim Lichtenberg, PhD Student und Mitglied des NFS PlanetS, ist einer der Comic-Helden. „Die Comics sind wirklich toll geworden“, sagt Lichtenberg. Die Idee an sich sei genial, da die Comics Wissenschaft durch ein leicht zugängliches Medium vermitteln, das sowohl Fakten, Faszination, aber auch die Personen hinter der Forschung in den Vordergrund rücke. „Damit wird den Besuchern gezeigt, dass direkt mitten unter uns Forschung betrieben wird, und nicht von nur ‚Wissenschaftlern in den USA’, die sowieso nie greifbar sind“, so Lichtenberg. Ausserdem seien die Comics auch witzig für die Leser. „Sie sind gespickt mit Insider-Witzen für Nerds, die aber auch für Menschen mit weniger Begeisterung für Science Fiction oder Wissenschaft sympathisch sein können. Dazu kommt, dass die Details es schaffen, die betriebene Forschung abzubilden.“

Forschernachwuchs generieren

Tim Lichtenberg ist überzeugt, dass gerade die Entdeckung und Charakterisierung von Exoplaneten, die wir heute in der Astronomie erleben, historisch gesehen auf einer Stufe mit der astronomischen Revolution des menschlichen Weltbildes im 17. Jahrhundert stehen. „Unsere Erde ist nicht einzigartig, sondern es gibt wahrscheinlich unvorstellbar viele Welten, die der unseren ähnlich, gleichzeitig aber auch ganz anders sind, als wir das von ‚zu Hause’ kennen“, sagt Lichtenberg. „Ich hoffe, dass mein Comic den Besuchern die Faszination dieser Tatsache und die historischen und philosophischen Konsequenzen dieser Entwicklung näherbringt.“ Und mit einem Schmunzeln fügt er hinzu: „Im Optimalfall finden sich ganz viele kleine Ausstellungsbesucher, die dann auch später mal Naturwissenschaftler werden wollen.”

Judit Szulágyi bestätigt Lichtenbergs Gedanken. Sie ist überzeugt, dass sich jeder irgendwann für die Fragen interessiert, wie das Leben entstanden ist und ob es anderswo Lebensformen gibt. „Oft hören die Menschen auf davon zu träumen. Und wenn sie erwachsen werden, wählen sie einen langweiligen Job, weil sie sich nicht zutrauen, als Forscherin oder Forscher den grossen Fragen unserer Existenz nachzugehen.“ So hofft sie, dass die Ausstellung das Interesse junger Menschen für die Wissenschaft weckt. Und sie weist darauf hin: „Bei uns kann man studieren, wie sich unser Sonnensystem gebildet hat, wie andere Welten im All entstanden sind und wie es dazu kam, dass wir hier sind und uns darüber unterhalten können.“

Ausstellung „Expedition Sonnensystem – Mit der ETH auf Forschungsreise durchs All“
28.
März 2018 – 16. Juni 2019
focusTerra
ETH Zürich, Gebäude NO
Sonneggstrasse 5
8092 Zürich

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 9 – 17 Uhr
Sonntag 10 – 16 Uhr
Feiertage: Informationen auf der Webseite
Öffentliche Führungen am Sonntag
Eintritt frei

Die Comic-Geschichten sind in der Ausstellung auch als Buch auf Deutsch und Englisch erhältlich.
Weitere Informationen unter www.focusterra.ethz.ch

 

 

 

Fotos der Vernissage (ETH Zürich/Guido Schwarz)

Prämierte Arbeit über Proxima Centauri
„Die Wissenschaft wird dank der Comic-Helden persönlicher“
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