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Die Space Group von Ecsite besucht das Genfer Observatorium

Antoine Pommerol, Forscher an der Universität Bern, stellt der Space Group die Berner Kamera CaSSIS vor, die den Mars auf der ESA-Sonde ExoMars umkreist. Er erläutert, dass CaSSIS in den kommenden Monaten immer zahlreichere wissenschaftliche 3D-Bilder der Planetenoberfläche aufnehmen wird. Um zu bestimmen, welche Ziele zu fotografieren sind, werden die Wissenschaftler sogar die Öffentlichkeit einbeziehen. Dies am Beispiel des Bundesrates, der anlässlich seines jährlichen «Schulausfluges» im Jahr 2016 bereits einen der Orte ausgewählt hatte, die CaSSIS auf dem Mars fotografieren würde. (Foto Sylviane Blum)

An der jährlichen, internationalen Tagung von Ecsite treffen sich Wissensvermittler und Experten europäischer Museen und Science-Center. Dieses Jahr reisten 1200 Personen an die Ecsite in Genf. Den Konferenzen und Workshops gehen jeweils Veranstaltungen voraus, die von den verschiedenen Ecsite-Gruppen organisiert werden. Dies gilt insbesondere für die Space Group, die auf Anregung von Guido Schwarz, Mitglied von PlanetS und der Space Group, ins Observatorium des Astronomie-Departements der Universität Genf eingeladen wurde. Am Besuch am 6. Juni 2018 nahmen etwa vierzig Personen teil, darunter vier Vertreter der ESA und der Koordinator von Super Nova, des neuen Besucherzentrums der ESO.

Nach einer kurzen Busfahrt vom Genfer Kongresszentrum zum Observatorium wurden die Besucher von Francesco Pepe empfangen, der ihnen das Institut und seine Hauptaktivitäten sowie den Nationalen Forschungsschwerpunkt PlanetS vorstellte. Dann sprach Michel Mayor über die Entdeckung von 51pegb und die Zukunft der Planetenforschung.

Der Besuch selbst begann auf dem Dach von Astrotech, dem im vergangenen Jahr eingeweihten Neubau. Francesco Pepe stellte die traditionelle Frage: “Wozu dient diese Parabolschüssel? » Die Mehrheit der Besucher glaubte, dass es sich um eine Funkantenne handelt, doch in Tat und Wahrheit ist es ein Solarkollektor zur Warmwasserbereitung.

Dann konzentrierte man sich auf CHEOPS und neue Instrumente. Nicolas Billot, Operations Manager, übernahm die Hälfte der Gruppe und erklärte anhand eines CHEOPS-Modells im Masstab 1:2, woraus die Mission besteht und welche Rolle das Observatorium dabei spielt. Francesco Pepe ging in den Reinraum, wo der ESPRESSO-Spektrograph zusammengebaut wurde, der Anfang des Jahres auf dem VLT installiert wurde, und wo jetzt die die ersten NIRPS-Teile montiert werden (siehe interaktives Foto).

Die Gruppe stieg dann wieder in den Bus Richtung Ecogia, dem zweiten Standort des Astronomie-Departements, wo man sich auf die Erforschung des extremen Universums (Schwarze Löcher, Gammastrahlen, etc.) spezialisiert hat. Astronomie-Professor Stéphane Paltani beschrieb die wichtigsten Beteiligungen der Universität Genf bei ESA-Raumfahrtmissionen mit einem starken Schwerpunkt auf Euclid. Euclid soll 2021 gestartet werden und den Ursprung der dunklen Energie mit Hilfe der Methoden der Gravitationslinsen und der Rotverschiebung erforschen. Die Datenmenge, die Euclid übertragen wird, ist riesig – etwa 850 Gigabit pro Tag. Die Verarbeitung dieser Daten ist besonders heikel und kompliziert, so dass sie etwa 30% des Budgets der Mission ausmachen.

Teilnehmende der «Space Group» von Ecsite (European network science centers & museums) zu Besuch am «Observatoire Astronomique de l’Université de Genève» in Versoix GE. (Foto UniGe)

Es folgte ein kurzer Besuch im Kontrollraum des 2002 gestarteten Satelliten Integral, der weiterhin seinen Anteil an den Entdeckungen (insbesondere die Verbindung zwischen Gravitationswellen und Gammastrahlung) beisteuert. Dann wurden die Besucher zum Mittagessen ins Observatorium eingeladen. “Heute ist der Start einer Sojus-Rakete mit einem ESA-Astronauten an Bord”, rief eine ESA-Vertreterin aus, “schade, dass wir den Start nicht sehen können”, fügte sie etwas enttäuscht hinzu. Die Enttäuschung verflog schnell, da in der Mitte der Tische eine riesige Leinwand installiert werden konnte, so dass jeder die Übertragung sehen konnte. “Wunderbar”, riefen viele Leute, “bei uns wäre es komplizierter gewesen, eine solche Projektion so schnell zu organisieren”.

Nach dem Mittagessen wurden die Besucher in 3 Gruppen aufgeteilt, um drei kurze Präsentationen an verschiedenen Orten des Observatoriums zu besuchen. Michel Grenon beschrieb mit einer beeindruckenden Menge an Details und Fachwissen die Instrumente, die in der Vergangenheit von den Astronomen der Sternwarte verwendet wurden. Man erfuhr insbesondere, dass das Observatorium von der Stadt Genf gegründet wurde, um die Zeit mit höchster Präzision zu messen – eine wichtige Massnahme für die Uhrenstadt. Sylvia Ekström bot eine 3D-Reise durchs Sonnensystem und die Milchstrasse an und Pierre Bratschi öffnete die Kuppel, in der das neue 60 cm-Teleskop installiert ist. Es dient der Öffentlichkeit für Beobachtungen und den Studenten für praktische Arbeiten.

Dann hielt der Vertreter der Space Group eine abschliessende Präsentation und alle Teilnehmer bestiegen den Bus zurück nach Genf mit vielen Sternen in den Augen.

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