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Teleskop-Spiegel sicher in Bern angekommen

Ende April 2017 traf eine sehnlichst erwartete Fracht aus Italien an der Universität Bern ein: Das Teleskop-Flugmodell von CHEOPS. Eine erste Inspektion am 3. Mai 2017 zeigte, dass die gesamte Hardware die Reise unbeschadet überstanden hatte.

Überprüfen des CHEOPS-Teleskoprohrs mit seinem 32-cm Primärspiegel nach dem Transport von Italien in die Schweiz. (Fotos Thomas Beck, Universität Bern)

«Endlich ist die Flughardware des Teleskops im Haus», sagt CHEOPS-Projekt-Manager Christopher Broeg erleichtert: «Das ist ein riesiger Schritt, auf den wir schon lange gewartet haben.» Insgesamt vier Jahre dauerten Entwicklung und Bau des CHEOPS-Teleskops. Für die Reise von Florenz in die Schweiz wurde die Teleskopstruktur mit ihren Spiegeln und Back-End-Optik in einen Container verpackt, gefüllt mit trockener, sauberer Luft mit leichtem Überdruck. An der Universität Bern entfernte das CHEOPS-Team die Umverpackung, reinigte das Äussere des Containers und brachte ihn in den Reinraum, der extra für den Bau und Test des Weltraumteleskops eingerichtet wurde.

Für die erste Inspektion des Containerinhalts musste das Berner Team auf die Ankunft von Vertretern der Italienischen Raumfahrtagentur (ASI), des Nationalen Instituts für Astrophysik (INAF) und der Firma Leonardo-Finmeccanica (LDO) warten. Am 3. Mai war es soweit: Im Reinraum an der Universität Bern öffneten die Experten die weisse Box. Die Überprüfung der Schock- und Feuchtigkeitssensoren sowie eine erste, visuelle Kontrolle des Inhalts ergaben ein positives Resultat: «Ein Meilenstein, über den sich alle sehr gefreut haben», sagt Annette Jäckel, zuständig für die Integration, den Zusammenbau und die Verifizierung: «Nun können wir mit der Arbeit hier im Labor in Bern wie geplant fortfahren.»

Schweiz-Italien retour

Zuvor wurde die Teleskopstruktur, welche die Schweizer Firma Almatech entwickelt hatte, in der Schweiz getestet und dann zu LDO in Florenz geschickt. Dort stellte die italienische Firma den Primär- und Sekundärspiegel sowie die beiden Linsen für die Back-End-Optik her. Vor der Auslieferung an die Universität Bern wurden in Italien die Spiegel und Linsen in die Struktur aus carbonfaserverstärktem Kunststoff eingebaut, die Optik ausgerichtet und das gesamte Teleskop optisch getestet.

Nach der ersten Kontrolle der Lieferung wird das Berner Team das Teleskop ins sogenannte «Support Setup» stellen. So kann das Fokalebene-Modul, kurz FPM, eingebaut werden. «Beim FPM handelt es sich noch nicht um die Flughardware, sondern um ein technisches Modell», erklärt Christopher Broeg: «Damit üben wir die Ausrichtung der Fokalebene.» Dann wird das Team das Teleskop in die Vakuumkammer bringen, in der bei minus 10 Grad Celsius unter Weltraumbedingungen getestet wird, ob die Abbildfunktion genauso aussieht wie bei den Tests von LDO in Italien.

Auf diese Experimente werden Vibrations- und Thermaltests folgen, bevor die Flughardware des FPM bereit zum Einbau ist. «Ein grosser Schritt wird die Vibration des gesamten Instruments sein,» erklärt Christopher Broeg. Das Instrument sollte im Wesentlichen bis Ende Dezember 2017 gebaut, getestet und geeicht sein, um Ende 2018 startbereit sein.

 

Siehe auch: http://sci.esa.int/cheops/59012-7-cheops-telescope-arrives-at-new-home/

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Kategorien: News

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