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Ein lebensfreundlicher Planet im Sternbild Walfisch?

Ein internationales Team von Astronomen, dem Forscher der Universität Genf und des NFS PlanetS angehören, hat einen Gesteinsplaneten in der habitablen Zone eines Zwergsterns entdeckt. Besonders interessant ist der Planet aufgrund seiner Masse: Sie erlaubt die dauerhafte Existenz einer Atmosphäre, was die Entstehung von Leben ermöglichen könnte. Ein Resultat, das die Zeitschrift „Nature“ am 20. April veröffentlichte.

So könnte der Planet LHS 1140 b aussehen. (Illustration ESO)

Der neuentdeckte Planet ist eine Supererde mit einem Durchmesser, der 1,4-mal grösser ist als derjenige der Erde, und einer siebenmal grösseren Masse. Er umläuft den roten Zwergstern LHS 1140 im Sternbild Walfisch in 25 Tagen. Die Entdeckung von LHS 1140 b gelang mit dem Instrument MEarth (MstarEarth) der Universität Cambridge, USA. Dieses wies eine Mini-Sternfinsternis nach, als der Planet direkt vor dem Stern hindurch zog. Solche so genannten Transite ermöglichen die Berechnung des Radius des Planeten. Um die Masse des Planeten und seine Dichte abzuleiten, benutzten die Autoren der Studie HARPS, ein Instrument der Südsternwarte (ESO) in Chile, das vom Observatorium Genf gebaut wurde.

Die Entdeckung ist aus drei Gründen besonders interessant: Erstens besteht der Planet aus Gestein; er befindet sich in der bewohnbaren Zone des Sterns, und er hat genug Masse, um dauerhaft eine Atmosphäre zu halten, ohne die sich Leben nicht entwickeln kann. Zweitens umkreist er einen kühlen Stern. Das zeigt erneut, dass es Exoplaneten nicht nur bei sonnenähnlichen Sternen gibt, was die Entdeckung von Proxima b und dem TRAPPIST-1-System bereits bewiesen hat. Drittens demonstriert die Messung der Masse durch HARPS einmal mehr die Effizienz des in Genf entwickelten Instruments, das gemäss Stéphane Udry, Astronomie-Professor an der Universität Genf, zurzeit immer noch das weltweit beste ist.

Dieser Planet wird zweifellos ein Beobachtungsziel für künftige Riesenteleskope sein, die sich derzeit in Bau befinden. Erst diese können die Planeten-Atmosphäre entdecken, falls sie überhaupt existiert, und in einer chemischen Analyse nachweisen, ob Bioelemente wie Sauerstoff und Wasserdampf existieren.

ESO-Pressemitteilung

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