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NFS PlanetS

Liebe Leserin, lieber Leser,

Fast 2000 Exoplaneten wurden entdeckt, seit unsere Kollegen Michel Mayor und Didier Queloz vor genau zwanzig Jahren den ersten fernen Planeten bei einem sonnenähnlichen Stern aufgespürt haben. Diese explosionsartig gestiegene Zahl beruht einerseits auf der Entwicklung von leistungsfähigeren Instrumenten, andererseits auf der Tatsache, dass Planeten dort draussen einfach sehr zahlreiche Objekte sind!

Willy Benz, Direktor von PlanetS (Bild: Severin Nowacki)

Willy Benz, Direktor von PlanetS (Bild: Severin Nowacki)

Man könnte naiverweise denken, dass 2000 genug sind, dass wir jetzt eine gute Vorstellung von der bestehenden Vielfalt der Planetensysteme haben, und dass der Planetenzoo für uns gross genug ist, um uns zurückzulehnen und die bereits vorhandenen Daten zu analysieren. Nichts könnte von der Wahrheit weiter weg sein – aus verschiedenen Gründen.

Bei der überwiegenden Mehrheit dieser Planeten kennen wir „nur“ einige Bahnelemente und entweder deren Masse oder Grösse, aber nur selten beide Werte, besonders bei Objekten, die eine gleich grosse oder kleinere Masse als Neptun haben. Zudem befinden sich die meisten dieser Planeten aufgrund der Nachweismethoden nahe bei ihrem Mutterstern; deshalb sind sie im allgemeinen sehr heiss. Schliesslich weiss man wenig über die Atmosphäre dieser Objekte und folglich auch wenig über die Bedingungen auf ihrer Oberfläche. Wie man sieht, bleibt viel zu tun.

In den nächsten Jahren werden vielversprechende neue Satelliten und erdgebundene Teleskope und Instrumente in Betrieb gehen. Dank ihnen werden wir viele dieser Lücken schliessen können. In dieser Ausgabe des Observers richten wir den Fokus auf zwei dieser neuen Satelliten, CHEOPS und JWST. Sie liegen an den entgegengesetzten Enden des Spektrums der Weltrauminstrumente, die in naher Zukunft starten werden, liefern aber ein grosses Synergiepotenzial.

CHEOPS, kurz für „Characterizing ExoPlanets Satellite“, ist die erste kleine Mission in ESAs wissenschaftlichem Programm. Sie wird gemeinsam von ESA und der Schweiz geleitet; 10 weitere europäische Länder nehmen daran teil. CHEOPS mit seinem 30-cm-Spiegel wird 2017 gestartet. Es handelt sich um eine Folgemission, die mit Hilfe der Transit-Methode den Radius von bereits bekannten Planeten hochpräzise messen wird. Während die Universität Bern die Konstruktion des Teleskops und die Universität Genf das Bodensegment leiten, organisiert und koordiniert der Forschungsschwerpunkt PlanetS die wissenschaftliche Auswertung der Mission auf nationaler Ebene.

Das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) hingegen, Nachfolger des Hubble-Weltraumteleskops, wird nach dem Start 2018 mit seinem 6-Meter-Spiegel das grösste Teleskop im All sein. Als Weltraumobservatorium wird die Exoplanetenbeobachtung nur eine der Aufgaben von JWST sein, doch sein spektroskopisches Potenzial verspricht wichtige Fortschritte bei der Charakterisierung von Planetenatmosphären. Dazu wird es entscheidend sein, den Radius und die Masse des beobachteten Planeten genau zu kennen. Deshalb wird David (CHEOPS) eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, Ziele für Goliath (JWST) zu bestimmen. Die Synergiemöglichkeiten zwischen kleinen und grossen Weltraummissionen können auch auf Instrumente und Teleskope auf der Erde ausgedehnt werden. Doch darüber lesen Sie mehr in einer nächsten Ausgabe des Observers.

Ich hoffe, Sie finden diese und die anderen Tätigkeiten von PlanetS interessant, und begleiten uns auf unserer Reise zu neuen Entdeckungen.

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Willy Benz

Direktor NFS PlanetS

 

PlanetS in Washington
CHEOPS im Test an der Uni Bern
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