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Himmlischer Ausblick

Jeden Monat sind am Nachthimmel bei gutem Wetter interessante Dinge zu beobachten. In diesem Artikel fassen wir die zweite Augusthälfte ins Auge und beschreiben welche lohnenswerte Objekte gerade am Himmel stehen. Dabei ist der Fokus auf Dingen, die sich von blossem Auge beobachten lassen wie unsere Planeten, der Mond, helle Sterne und Galaxien.

Planetenlauf Mitte und Ende August:
– Auf Mitte Monat wird Venus, unsere Nachbarin zur Sonne hin, die Erde überholen und dann auf Ende August eine Phase als Morgenstern beginnen.
– Am 26. wird die Sonne von der Erde ausgesehen den Jupiter eingeholt haben. Damit steht er nur tagsüber am Himmel und bleibt unbeobachtbar.
– Saturn beendet seine Oppositionsschleife und verfrüht seine Untergänge im Verlaufe des Augusts merklich von 01:03 bis 23:02 Uhr MESZ.

Ein besonders hübscher Anblick bietet sich bei guter Witterung am 22. August ab etwa 21:30 MESZ im Südwesten:
Der zunehmende Halbmond wird sich knapp über dem Horizont zum Ringplaneten Saturn gesellen.

Zunehmender Halbmond und Saturn am südwestlichen Horizont am 22. August um 21:30 Uhr. (Bild: Timm Riesen, Software: Stellarium)

Zunehmender Halbmond und Saturn am südwestlichen Horizont am 22. August um 21:30 Uhr. (Bild: Timm Riesen, Software: Stellarium)

Sternschnuppenströme:
Kein Monat hat so viele Sternschuppen zu bieten wie der August. In seinen warmen Sommernächten sind besonders viele zu finden. Hauptgrund dafür sind die Perseïden, ein periodischer Sternschnuppenstrom, dessen Maximum in den Morgenstunden des 13. Augusts zu beobachten war. Die Perseïden gelten als reichster und schönster Sternschnuppenstrom des Jahres und im Maximum sind 1-2 Sternschuppen pro Minute die Regel. Auch besonders helle Objekte, sogenannte Boliden oder Feuerkugeln, sind keine Seltenheit. Sternschnuppen sind kleine Objekte oft nicht grösser als eine Stecknadel oder einen Fingernagel, welche in die Erdatmosphäre eindringen und verglühen. Dabei leuchtet auch gleich die sie umgebene Luft mit, darum sind sie trotz relativ kleiner Grösse gut sichtbar. Auch in den letzten beiden Augustwochen sind noch vereinzelte Perseïden zu finden. Regelmässige Sternschnuppenströme haben ihren Ursprung in Kometen, welche die Erdbahn kreuzen. Die Erde fliegt dann später durch ihre Staubspur was eben zu bestimmten Daten Sternschnuppenschauer hervorruft. Im Falle der Perseïden ist der Ursprungskörper der Komet Swift-Tuttle. Ende August werden zwei weitere Sternschnuppenströme aktiv: Am 27. die Pi Eridaniden und am 30. die Gamma Doradiden. Ihre Maxima sind weniger ausgeprägt als bei den Perseïden, in 15 Minuten sollte sich immer eine Sternschnuppe finden lassen.

Fixsternhimmel:
Die Sommersternbilder stehen im grössten Glanz und so kann bereits ab Eindunkeln hoch im Süden das Sommerdreieck erkannt werden: Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Weiter im Westen sieht man den rötlichen Antares im Skorpion funkeln, welcher bald untergehen wird. Nahe des 2. hellsten Sterns im Skorpion leuchtet Saturn mit ruhigem Licht. Nicht weit weg davon ist der Bärenhüter, auch Arktur genannt, im Sternbild Bootes auszumachen. Links davon auffallend gekrümmt die nördliche Krone. Im Osten ist das imposante Sternenviereck des Pegagus am Aufgehen.

Sternenhimmel am 30. August um 21:00 MESZ (Bild: Timm Riesen, Software: Carte du Ciel)

Sternenhimmel am 30. August um 21:00 MESZ (Bild: Timm Riesen, Software: Carte du Ciel)

 

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