National Centre of Competence in Research PlanetS
Gesellschaftsstrasse 6 | CH-3012 Bern | Switzerland
  Tel. +41 (0)31 631 32 39

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Professor Willy Benz, Direktor des Nationalen Forschungsschwerpunkts PlanetS. (Bild Alessandro Della Bella)

Jawohl! BepiColombo ist am 20. Oktober zu seiner siebenjährige Reise zum Planeten Merkur gestartet. Nach erheblichen technischen Schwierigkeiten und jahrelangen Verzögerungen hat der ESA-Satellit erfolgreich mit einer Ariane 5 von Kourou in Französisch-Guayana abgehoben. Zum Merkur zu gelangen, ist keineswegs einfach. Da ein Raumschiff, das diesen Planeten umkreist, der Sonne viel näher ist als die Erde, erhält es fast die zehnfache Sonneneinstrahlung. Ein richtiger Ofen, der das Überleben der Raumsonde und ihrer komplexen Instrumente zu einer echten Herausforderung macht! Übrigens findet man auch viel näher, nämlich hier auf der Erde, herausfordernde Beobachtungsbedingungen, wie Timm Riesen berichtet.

Prof. Nicolas Thomas von PlanetS ist einer der beiden Projektleiter des ersten Laser-Altimeters, das jemals auf einer europäischen Mission geflogen ist. Es gab einige Dinge, die ihm Sorgen bereiteten in den 15 Jahren, in denen er an der Mission beteiligt war, bis es endlich Zeit für den Start war. Sie können seine Eindrücke von diesem grossen Ereignis als einer der VIPs vor Ort in dieser Ausgabe des Observers lesen. Nach anderthalb Jahrzehnten löste sich der Stress.

Eine Mission zum Merkur. Man könnte fragen: Wozu? Es stellt sich heraus, dass Merkur ein ganz besonderer und einzigartiger Planet ist – nicht nur, weil er der Sonne am nächsten ist. Mit seinen 70% Metallen unterscheidet er sich sehr von der Erde und den anderen terrestrischen Planeten und wird manchmal sogar als Eisenplanet bezeichnet. Zu verstehen, wie ein Planet mit einem so hohen Anteil an Metallen entstehen kann, ist eines der wichtigsten wissenschaftlichen Ziele der Mission. Bei einem der Szenarien spielen grosse Kollisionen die Hauptrolle. Sie reissen bei einem Planeten mit “normaler” Zusammensetzung grosse Teile seines Gesteinsmantel weg und hinterlassen im Wesentlichen einen fast blanken Metallkern – unseren heutigen Merkur. Wenn Sie wissen möchten, wie das funktioniert, lesen Sie den Artikel über die Arbeit von Alice Chau.

Neben BepiColombo berichten wir in dieser Ausgabe des Observers auch über zwei weitere Raumsonden, die uns am Herzen liegen, CHEOPS und Rosetta. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen dieser und all der anderen Artikel!

Mit den besten Wünschen,

Willy Benz
Direktor NFS PlanetS

BELA - Start des Berner Altimeters zu Merkur
Kategorien: External Newsletter, Uncategorized

Comments are closed.