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Exoplanetenforschung und nichts anderes

Nächste Woche werden rund 240 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Europa und den USA nach Davos reisen, um sämtliche Aspekte der Exoplanetenforschung von der Beobachtung über die Charakterisierung bis zur Theorie zu behandeln. Organisator der Konferenz „Exoplanets I“ ist Kevin Heng, Direktor des „Center for Space and Habitability“ (CSH) an der Universität Bern und Leiter eines PlanetS-Subprojekts.

Kevin Heng ist Direktor des "Center for Space and Habitability" (CSH) an der Universität Bern und Organisator von "Exoplanets I". (Bild PlanetS)

Kevin Heng ist Direktor des “Center for Space and Habitability” (CSH) an der Universität Bern und Organisator von “Exoplanets I”. (Bild PlanetS)

PlanetS: Welches ist das spannendste Thema, über das man an der Konferenz in Davos diskutieren wird?
Kevin Heng: Ich denke, die neueste Entdeckung, die alle besonders spannend finden, sind die so genannten TRAPPIST-1-Exoplaneten. Bei TRAPPIST handelt es sich um automatisch betriebene Teleskope, die ein Mitglied unseres CHEOPS-Kernwissenschaftsteams aus Belgien gebaut hat, Michaël Gillon. Mit Hilfe des TRAPPIST-Teleskops in der ESO-Sternwarte in La Silla entdeckten die Forscher ein System von drei Planeten, die einen sehr kleinen Stern umkreisen. Dies sind die erdähnlichsten Planeten, die wir bisher gefunden haben. Und besonders spannend ist dabei, dass wir sogar die Chance haben, deren Atmosphäre zu messen – im Gegensatz zu den Kepler-Planeten, die meist schwach leuchtende Sterne umlaufen. TRAPPIST-1 ist ein roter Zwerg. Diese erstaunliche Entdeckung bedeutet also, dass wir an den Punkt gelangt sind, an dem wir bereits die Eigenschaften von extrasolaren, erdähnlichen Atmosphären messen können!

Mit „Exoplanets I“ möchten Sie eine neue Serie von Konferenzen starten. Braucht es die wirklich?
„Exoplanets I“ ist die erste Konferenz, die sich ausschliesslich mit Exoplanetenforschung befasst und sich dabei nur an die Astronomen- und Astrophysikergemeinde richtet. Es gibt zwar eine berühmte Konferenz mit dem Namen „Protostars and Planets“, die schon vor meiner Geburt existierte, und sich mit der Entstehung von Sternen und Planeten befasst. Doch die neuere Generation von Leuten, die sich auf die Entdeckung von Exoplaneten spezialisiert hat, ist dort kaum vertreten, und ebenso wenig die Leute, welche Exoplanetenatmosphären untersuchen oder simulieren. Ich war über diesen Stand der Dinge wirklich verärgert. Da kam Didier Queloz, Professor an der Universität Cambridge, und schlug vor, dass wir etwas Neues organisieren sollten. „Exoplanet I“ wurde also aus einer Art Frustration geboren, weil unsere Gemeinschaft nicht vertreten war.

Wie viele Teilnehmer haben sich eingeschrieben?
Viel mehr, als wir erhofft haben. Wir erwarten etwa 240 Teilnehmer, von denen wahrscheinlich mehr als die Hälfte Amerikaner sind. Aber wir werden auch Wissenschaftler aus ganz Europa und eine starke Vertretung von Schweizer Forschenden haben. Wir werden rund 30 eingeladene Redner und 50 weitere Vorträge haben.

Erwarten Sie spannende Überraschungen?
Am Montag vor dem Mittagessen gibt es einen Überraschungsvortrag. Ich glaube, dass dies eine sehr spannende Entdeckung sein wird. Aber ich wurde um Geheimhaltung gebeten, wir müssen also abwarten. Und ich bin sicher, dass andere Leute über neue Entdeckungen sprechen werden, von denen sie uns noch nichts erzählt haben. Ich denke, dass wir über viel gute Wissenschaft diskutieren werden. Ich versuche von jeder Konferenz, an der ich teilnehme, mit Ideen zurückzukehren, die zu Papern führen können. Ich glaube, die beste Einstellung ist, wenn man sich mit möglichst vielen Leuten unterhält, alle Vorträge besucht und jeden fragt, was er macht – vom berühmtesten Professor bis zum Anfängerstudenten. Sie werden erstaunt sein, wie Sie von dieser Erfahrung profitieren.

DavosConferencehttp://www.exoplanetscience.org
Aktuell: Teilnehmer, die an der Konferenz twittern, benützen #ExoCon1.

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